Auch Träume werden manchmal wahr

Salman Rushdie: Harun und das Meer der Geschichten, aus dem Englischen von Gisela Stege, Knaur, 1991 ISBN 3-426-62015-4

Ich mag Bücher, die von Bücher, Lesen, Geschichtenerzählen, Fantasie handeln. Wie zum Beispiel „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers oder „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ von Italo Calvino. Auch „Harun und das Meer der Geschichten“ von Salman Rushdie ist so ein Buch.


Harun, der fröhliche Junge und sein Vater, der Geschichtenerzähler Rashid Kalifa, der von seiner Heiterkeit berühmt ist, leben in einer Traurigen Stadt. Irgend etwas geht schief und der Geschichtenerzähler, das legendäre Genie der Phantasie, kann keine Geschichten mehr erzählen, weil sein Mund auf einmal ebenso leer wird, wie sein Herz geworden ist. Harun erklärt sich für schuldig, weil er das Herz seines Vaters gebrochen, als er ihm die Frage gestellt hat: „Wozu sind Geschichten gut, die nicht einmal wahr sind?“

So müsse Harun wieder alles gut machen. Er reist auf dem Rücken eines mechanischen Vogels, der Aber heißt, in eine Traumwelt. Sein anderer Reisebegleiter ist Wenn, ein blau bärtiger Wasser-Dschinn. Wenn erzählt Harun vom Meer der Geschichtenströme, das aus

„tausend-tausend-tausend-und-einer verschiedenen Strömung bestand, jede von einer anderen Farbe, die sich einander verflochten und verschlagen wie eine flüssige Tapisserie von atemberaubenden Vielfalt.“ S.88

Doch das Meer der Geschichten wird vergiftet. Harun landet in einem Königspalast, in dem zum Thronsaal eine labyrinthische Korridore führt, und die königliche Garde aus Buchstabensoldaten besteht. Er geriet allerdings in eine verwickelte Geschichte, die mit einem Happy End abgeschlossen werden soll. In eine liebevolle und wunderbare Geschichte, die jedoch manchmal auch in ironische Andeutungen mündet.

Der Roman stellt letztendlich die Frage, ob Geschichten, die der Phantasie eines Menschen entsprungen sind, gegenüber Fakten und Wahrheit, eine Daseinsberechtigung haben, und lässt die Leser darüber lange, lange nachdenken. Die Bilderwelt von Salman Rushdie zitiert Märchenwelten, überdies bekannte Erzählungen und Wendungen der Literatur, und ergänzt sie mit vielen neuen; sie ist sehr prächtig und vielfarbig. Leseempfehlung für Jugendliche und Erwachsene.

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Wie Literatur entsteht

Idra Novey: Wie man aus dieser Welt verschwindet [2016] Aus dem amerikanischen Englisch von Barbara Christ, Piper 2018 ISBN 978-3-492-05919-0

Eine hervorragende brasilianische Schriftstellerin, Beatriz Yagoda, steigt in einen Mandelbaum, um da oben ein gutes Buch genüsslich zu lesen. Dann verschwindet sie. Ihre Übersetzerin aus Pittsburgh, Emma, fliegt nach Rio, um sie zu finden. Im Haus der Schriftstellerin stehen ihr Bücher, Lebensspuren zur Verfügung, außerdem helfen ihr die erwachsenen Kinder von Beatriz, Marcus und Raquel, bei der Ermittlung.

Natürlich kennt Emma ihre Autorin schon längst persönlich, mehr, die beiden sind nahezu vertraute Freundinnen. Emma kennt Beatriz‘ Bücher, ihre Sätze und Worte genau, während Marcus und Raquel nichts von ihrer Mutter gelesen haben, denn es hätte ihnen ausgereicht, mit ihr zu leben. Die Ermittlung führt deshalb sowohl durch ihre literarischen Werke als auch durch die Persönlichkeit und Erinnerungen ihrer Kinder und durch das Milieu von Rio de Janeiro ab den 70-ern. Die Geschichte ist von Anfang an ein höchst spannender, und bei manchen Stellen brutaler und blutiger Krimi. Denn ein Kredithai und die Medien sind der Übersetzerin auf den Fersen. Beatriz schuldet einem obszönen Kredithai Sechshunderttausend Dollar. Die Schuld muss Emma jetzt mithilfe der Übersetzung und der amerikanischen Veröffentlichung von dem neuen, noch nicht vorhandenen Buch der Schriftstellerin zurückzahlen. Auf ironische Weise verschweigt Emma ihrem Erpresser, wie wenig Geld ein neuer Roman von Beatriz in englischer Übersetzung einbringt.

Auch die Medien interessieren sich für das Verschwinden von Beatriz Yagoda, besonders für die neu keimende Beziehung und die erotischen Szenen zwischen Emma und Marcus, freilich auch für neue blutige Episoden der brasilianischen Gegenwartsliteraturszene. Die Geschichte verbindet also den spannungsvollen Krimi mit den Fragen der Gegenwartsliteratur, demnach mit den Erwägungen über Möglichkeiten, Grenzen, Realitätsbezüge der Literatur und der Übersetzung. So bedenkt Emma ihre Berufung als Übersetzerin (ich möchte erwähnen, dass auch Idra Novey selbst eine Übersetzerin ist):

„ Wenn sie nur als Mann in Babylon zur Welt gekommen wäre, wo man Übersetzer gefeiert hatte, weil sie neue Sprache schufen. Oder während der Renaissance, als man im Übersetzen kurzzeitig eine Tätigkeit sah, die so visionär war wie das Schreiben.“(S.105)

Oder das Versprechen der Literatur:

„Sie zückte ihr Notizbuch, um sich mit einer kleinen Fantasie zu stabilisieren, um ganz kurz Erleichterung in einer Scheinwelt zu suchen – in einem Gesuch nach Unsterblichkeit, das sich in aller Literatur verbirgt.“ (S. 125)

Damit Literatur entsteht, zeigt die Geschichte, wirken Autorin und Übersetzerin zusammen. Doch auch der Verleger spielt mit, der die Bedeutung des ersten Manuskripts entdeckt, und das letzte Buch eines Autors vervollständigt. Im Hintergrund zeigt sich allerdings schrecklich die lateinamerikanische Gegenwart.

Idra Novey zeichnet mit ihrem Debütroman ein Porträt über eine fiktive brasilianische Schriftstellerin, die zwar in der Geschichte kaum direkt erscheint (sie ist ja verschwunden), anhand ihrer imaginären Werke, die die Übersetzerin, Emma, zitiert, erzählt, interpretiert; so geschickt, dass diese Schriftstellerin und ihre Werke zu existieren beginnen. Das ist  am schönsten in diesem Roman, der mir noch dazu sehr viel Lesespaß bereitet hat.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Musik Mond

Die Musik spricht eine Sprache, die man intuitiv deuten kann. Abhängig davon, in welcher Stimmung ich bin, wähle ich mir das Musikstück aus, das ich mir gerne anhöre. Es gibt einige Lieblingsstücke, die mich immer begeistern. Wie „Clair de Lune„, der dritte Satz von „Suite bergamasque“ von Debussy (1890).

Ein Schulkamerad aus meinen jungen Jahren (eigentlich seit der Grundschule), heute Komponist und Jazzmusiker, Janos Nagy, überarbeitete es für Geige und Klavier:


Laufen im Freien

Sport, wie zum Beispiel  das regelmäßige Laufen macht einen ausgeglichen. Sport ist auch eine Ablenkung. Wenn ich ein längeres Projekt habe, das Monaten lang dauert, dann spüre ich am stärksten, wie erfrischend ist, wenn ich mich mit Sport ablenke.

Beim Laufen mag ich auch den Weg, den ich immer wieder verfolge. Da sind Bäume, deren Blätter Farbe wechseln, fallen, und denen wieder Neue wachsen und wieder fallen …. Sträucher, die mit verschiedenen Abständen Blüten und Beeren tragen, duftende Blumen und Brennnesseln unterwegs. Überdies sehe ich eine Weile den Rhein, die Flugzeuge, die über ihn fliegen, die Schiffe, die Container oder Autos transportieren, Schafe, an deren Fellen Disteln angehaftet haben.

Beim Laufen denke ich manchmal daran, meinen Weg ausnahmsweise vielleicht abzukürzen. Dann „nein, du hast nur noch ein Drittel zurück.“ Nachdem Duschen aber fühle ich mich richtig gut, manchmal spüre ich auch eine winzige Euphorie.

Was man praktisch  zum Laufen braucht:

  •  Gute Laufschuhe. Hauptregel: wer wöchentlich 1-2 mal 3-5 Kilometer läuft, braucht einen anderen Typus, als derjenige, der 3-5 mal 5-10 Kilometer ablegt.
  • Man muss sich also entscheiden, wie oft man und wie viel Kilometer laufen will. Am Anfang läuft man natürlich weniger und langsamer, als nach ein Paar Wochen Übungszeit. Das ist natürlich. Später kann man sich auch noch ein bestimmtes Ziel setzen, zum Beispiel Marathon zu laufen in einer Staffel-Gruppe.
  • Noch eine Regel: den Oberkörper nicht nach vorne biegen, egal, wie anstrengend das Laufen ist, sondern die gesunde gerade Haltung beibehalten, sogar ein wenig das Gefühl haben, als ob der Oberkörper nach hinten neigen würde. Das tut auch der Atmung gut.
  • Was noch hilft: dabei Musik zu hören (Head-set). Jedoch, wer schon richtig in Übung bleibt, kann sich beim Laufen mit einem anderen Läufer unterhalten.
  • Habt Ihr noch mehr Tipps?
Beim Laufen trifft man auf nette Typen.
Hier laufe ich über eine kleine Brücke. Ah, da ist ein Angler im Fluss!

Der verschwundene Kreuzer


P. Howard: Ein Seemann und ein Gentleman. [1938] Elfenbein Verlag, Berlin 2008

Wenn ich schlechte Laune habe, oder mir Sorgen mache, oder aber viel Stress erlebe, lese ich am liebsten P. Howard (Jenő Rejtő, ungarischer Schriftsteller 1905-1943). Seine besten Abenteuerparodien sind witzig, satirisch, verwickelt und moralisch augenzwinkernd ermunternd. Sie lassen zum Schluss die Guten (auch wenn sie aus dem Underground herkommen) siegen.

Das Schiff fährt nach Mandalay (Myanmar)

In dem Gaunerroman, den ich heute empfehle, werden wichtige Staatsaffären Großbritannien von einer Truppe aus muskulösen Landstreichern gelöst. Sie entwenden nämlich den Panzerkreuzer „Radzeer“, um einen englischen Offizier, der seine Braut ermordet haben soll, deshalb vor der Todesstrafe (wer weiß wohin, vielleicht) zur Fremdenlegion geflüchtet und verschwunden ist, und jetzt sehr wahrscheinlich um sein Leben kämpft, zu retten. Denn nur er kann seine militärisch sehr wertvolle Erfindung vervollständigen.

Der rothaarige Rostig, der berüchtigtste Schläger einiger bedeutender Häfen, gründet eine Aktiengesellschaft, um die moralischen und finanziellen Konsequenzen aus der Geschichte ziehen zu können. In diesem zwielichtigen Milieu der Schmugglern und über eine gefälschte Identität verfügenden Matrosen hat jeder einen komischen Namen.

„Man kann die Menschen nicht mit der unbequemen Frage behelligen, wie sie heißen. Lieber gibt man ihnen einen neuen Namen, den er im anderen Hafen einfach von sich werfen kann.“ S. 12.

In dieser Gesellschaft erhält jeder einen Rang aufgrund seines Verbrechens. Rostig stellt zum Beispiel den Bengel, namens Bubi, der sich für den Bruder des englischen Erfinders ausgibt, dem schmutzigen, in einer Bretterbude (mit dem Schild eines Reisebüros) wohnenden Informator, der Pharao heißt und sich für französischen Beamten ausgibt, vor:

„Verachte ihn nicht wegen seines schmächtigen Gestells. Er wurde heute aus dem Gefängnis entlassen: zwei Jahre, da er einen Fregattenkapitän niedergestochen hat.“ S. 18

Das stimmt zwar nicht, aber daraufhin blickt der französische Staatsbeamte etwas respektvoller auf den Bengel.

Bei der Lektüre kann man mit lauten Lachausbrüchen rechnen, trotzdem bleibt die Geschichte höchst spannungsvoll. Sie ist mein guter Begleiter zum Urlaub (und auch ein typisches Geschenk für Freunde, die gerne lachen).

Brüder

Manche Filme flößen Seelenstärke und Mut ein. Der „25 km/h“, der seit Ende Oktober in den Kinos läuft, ist so einer. Er handelt von der Freundschaft zwischen zwei Brüdern. Der eine lebt in dem Vaterhaus und macht das Werk des Vaters weiter, dabei kümmert sich um ihn, der andere arbeitet mal in London, mal in Singapur und verdient viel Geld. Aber nach 15 Jahren kommen die Brüder wieder zusammen, und starten ihre alte Traumreise quer durch Deutschland mit Mofas. Es fängt ein Roadmovie an, mit spannungsvollen Abenteuern, während die Brüder sich allmählich einander wieder annähern… Gut, ich erzähle es nicht weiter. Die zwei Protagonisten sind unheimlich sympathisch, Lars Eidinger und Bjarne Mädel spielen fantastisch. In diesem November wollte ich über keine Dramen schreiben, und „25km/h“ kann ich seelensruhig empfehlen: er ist ein ganz witziges Wohlfühlskino, eine gut gelungene Komödie.

Habt Ihr den Film schon gesehen, wie hat er Euch gefallen?

Regie: Markus Goller, Drehbuch: Oliver Ziegenbalg, Kinostart: 31. Oktober 2018.  FSK: 6, Sony Pictures

Garten Eden Korfu

Gerald Durrell: Meine Familie und andere Tiere, [1956] Deutsch von Andree Hesse, Piper 2018 ISBN 978-3-492-05917-6

Gerald Durrell (1925-1995) wurde in Indien geboren, arbeitete als Tierfänger und nahm an mehreren Expeditionen teil – auf der Suche nach seltenen Tieren. Ab 1950 arbeitete er an sieben Fernsehserien mit, zudem wurden seine frühen Expeditionen von der BBC verfilmt. Er schrieb 37 Bücher, und gründete auf der Kanalinsel Jersey einen eigenen Zoo, um bedrohte Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren. Er war Zoologe und Schriftsteller, sein Werk vereint in sich erzählerische und naturwissenschaftliche Qualitäten.

anderetiere
Ist das Cover nicht schön?

Meine Familie und andere Tiere“ (1958 als „Meine Familie und anderes Getier“ Berlin Frankfurt Wien, Ullstein) ist im Oktober erschienen, worüber ich mich richtig freue. Das Buch erzählt die Erlebnisse des Schriftstellers auf Korfu, wo seine Familie fünf Jahre verbracht hat.

1935 sind die Mutter und die vier „Kinder“, Larry (Lawrence Durrell, Schriftsteller) bereits 23 Jahre alt, Leslie 19, Margo 18 und Gerry (Gerald Durrell) 10 nach Korfu umgezogen. Die Vegetation der Insel wirkt in seiner Beschreibung so pompös und üppig, wie man sich den Garten Eden vorstellt. So sieht der Garten des erdbeerroten Hauses aus:

Rosen verloren flammend rote und mondweiß glänzende Blütenblätter; so groß und glatt wie Untertassen. Wie Kinder zotteliger Sonnen beobachteten Ringelblumen die Bahn ihrer Eltern am Himmel. Am Boden reckten Stiefmütterchen ihre samtenen, unschuldigen Gesichter durch die Blätter, während die Veilchen betrübt den Kopf unter ihre herzförmigen Blätter hängen ließen. Die Bougainvillea, die üppig über den winzigen vorderen Balkon wucherte, war wie für Karneval mit laternenförmigen Magentablüten behängt. Im Dunkel der Fuchsienhecke tanzten erwartungsvoll Tausende ballerinengleiche Blüten.“ S. 36

Jeder Familienmitglied vermag seine Leidenschaften, ob für Literatur, für Schießgewehr oder für Tiere, frei ausleben. Der kleine Gerry bewandert auf diese Weise die Insel und beobachtet ihre Tierwelt und entdeckt ihre wunderbaren Geheimnisse, wie zum Beispiel eine Schatzkammer der Falltürspinne, oder ein gewaltiges Nest aus sorgfältig verflochtenen Stöcken einer Elster-Familie, von dem er zwei Küken zu sich nach Hause nimmt. Er sammelt Käfer, Skorpionen, Schildkröten, Finken, Eulen und Hunde, also einen ganzen Zoo.

Fantastischer als sein Hauszoo sind nur die Menschen, die er auf der Insel kennenlernt. Wie zum Beispiel Agathi, die ungefähr 70 Jahre alte Griechin mit glänzend schwarzem Haar, die mit einem Spindel vor ihrem Haus sitzt und Wolle spinnt. Mit Agathi singt er Liebeslieder, dabei einander gegenseitig kokette Blicke werfend. Der außergewöhnlichste Mensch ist gewiss der Rosenkiefermann. Er spielt auf einer Hirtenpfeife hypnotische Melodien, trägt im Hutband einen wogenden Wald aus Federn, und seine Jackentaschen sind so voll, dass der Inhalt herausquillt: Luftballons, Heiligenbilder und Olivenholzschnitzereien. Er hält in der Hand eine Reihe Baumvollfäden, an deren Enden jeweils ein goldgrün schimmernder Rosenkäfer gebunden ist, und die Käfer brummen um seinen Hut herum.

Nicht viel weniger einzigartig sind Garry‘s Hauslehrer. Nehmen wir Georg, der tanzt, während Garry mit Matheaufgaben beschäftigt ist. Georg tänzelt und dreht Pirouetten, wie ein trübseliger Kranich, und er summt zu dem Tanz wie ein Schwarm aufgeschreckter Bienen. Larry‘s Künstlerfreunde kommen Gerry wie Eulen, Garnelen und Pferde vor. Die meisten Menschen zeichnet Durrell aus dem Blickwinkel des jungen Tierforschers: durch tierische Bilder. Das heißt nicht, dass diese Menschen skurril wären, im Gegenteil. Sie sind bewundernswert.

Das Schönste in diesem Buch ist, dass Durrell zwar jede Menge interessante Kenntnisse über verschiedenste Tiere liefert, doch grundsätzlich unheimlich liebevoll und lustig über Menschen erzählt, die ihm ebenso interessant, eigenartig und eben deshalb bemerkenswert sind, wie die Tiere. Ich kann nicht anders als seine Sichtweise in den Himmel zu loben. Man dürfte auch Spiro nicht vergessen, den lauthalsen großen Griechen, der sich unermüdlich bemüht, der Durell-Familie in allen Noten behilflich beizustehen. Oder Theodor Stephanides, den griechischen Naturwissenschaftler und Schriftsteller, der mit Gerry so redet, als ob er in seinem Alter wäre. Auch der Doktor hatte seine bestimmte, merkwürdig anmutende Art, wie er sprach und die Umwelt betrachtete.

Die Deutsche Fassung ist sehr anspruchsvoll und bietet eine genüssliche Lesung. Die Verfilmungen können das Leseerlebnis der Durrell-Bücher überhaupt nicht wiedergeben. Andere Familienlieblinge sind: „Der Spottvogel,“ „Eine Verwandte Namens Rosy“, die bei Vorlesungen niemand langweilig werden.

Sie sind ja weltbekannt: Was hält Ihr von Gerald Durrell und von seinen Büchern?

Ich danke dem Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bildergalerie: Griechische Insel