Einnehmende Gentlemen

P. G. Wodehouse ist ein Klassiker der britischen Komödie, am bekanntesten sind seine Storys mit den Protagonisten Jeeves und Wooster (in der „Jeeves and Wooster“ Fernsehserie durch Stefen Fry und Hugh Laurie verkörpert, 1990-1993) und diejenigen, die im Blandings Schloss spielem Er schrieb 95 Romane, in einem höchst humorvollen Stil, Die Geschichten gehen meist in einem vornehmen Milieu zu, und wird gerade über die vornehmen Förmlichkeiten, als falsch, maßlos oder inhaltslos gelacht. Jedoch eben die verspielten vornehmen Formen, die eigentlich das Jeeves-Wooster-Paar auf die Spitze treibt, bieten dem Erzähler die Gelegenheit, literarische Andeutungen, ausgefeilte sprachliche Formulierungen gewieft und humorvoll herzurichten.

Wodehouse zu lesen ist ein leichtes Vergnügen, er genießt und genoss allerdings schon in seinen Lebenszeiten hohes Ansehen im Kreis der Schriftstellerkollegen wie Rudyard Kipling, Douglas Adams, Salman Rushdie; die Queen schlug ihn am Ende seines Lebens zum Ritter. „…eine der reichsten Quellen von Glück.“ – lese ich von Daniel Kehlmann auf der Rückseite des Buches „Tausend Dank, Jeeves!“. In dieser Geschichte kündigt Jeeves, der sonst untrennbare Diener des einnehmenden jungen Gentlemans, Bertram Wooster. Das leidenschaftliche Banjolelespiel des Herrn bringt übrigens nicht nur Jeeves zu merkwürdigen Entscheidungen, selbst er, Wooster muss unter Druck seiner Nachbarschaft sein Londoner Heim verlassen. So könnte er ruhig seine Musikstücke spielen.

Der Aufenthalt am landschaftlichen Anwesen seines Freundes (Chuffy) wird aber alles nur nicht still und ruhig. Hier sieht Wooster seine nicht lange her noch Verlobte wieder. Sie, also Pauline, ist jedoch mittlerweile in seinen Freund, also Chuffy, verliebt. Doch es stehen Komplikationen im Weg einer ehelichen Verbindung. Unser Bertie, dieser eingefleischte Junggeselle, muss natürlich eingreifen, zum Beispiel Chuffy eifersüchtig machen, um seinen Eheantrag zuwege zu bringen. Wie er behauptet, er nehme für einen guten Kumpel sogar ein saftiges Veilchen in Kauf. Aber es kommt noch schlimmer, er findet zum Beispiel eines Nachts Pauline in seinem Bett in seinem Pyjama gekleidet, oder wird von Pauline`s strengem Vater auf seiner Jacht gefangen gehalten und zum Heirat verurteilt. Ohne Jeeves würde die Geschichte nicht mit einem Happy End abschließen.

P. G. Wodehouse: Tausend Dank, Jeeves! Aus dem Englischen von Thomas Schlachter, Insel Verlag, 2019 [1934]

Ich danke dem Verlag für das Leseexemplar!

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