Zwitschert der Vogel morgens „Hallo, wie geht es dir, sonnig heute, nicht wahr“?

Alle, die in ihrer Kindheit viele Märchen gehört haben, in denen sich (anthropomorphe) Tiere mit einander unterhalten, wünschen sich, glaube ich zumindest, dass einmal die Wissenschaft beweist, dass Tiere (und Pflanzen?) tatsächlich sprechen können, nur anders als wir, sodass wir sie kaum verstehen. Das Buch, „Kein Schweigen im Walde“, ist kein Märchen, sondern ein Sachbuch, und handelt von der Biokommunikation. Madlen Ziege, Verhaltensbiologin, stellt durch zahllose Geschichten und Beispiele aus der Tier- , Pilz- und Pflanzenwelt dar, wie und warum sogar ganz einfache Organismen Signale senden und empfangen, und dass Kommunikation, also Informationsaustausch, zwischen sowohl Pantoffeltierchen als auch Delfinen, allerorts, nicht nur im Wald, auch in der Tiefe der Ozeane stattfindet. Manchmal können auch die Menschen diese Kommunikation hören, sehen oder riechen, manchmal nicht.

Es dreht sich oft um die Fortpflanzung oder die Nahrungsbeschaffung, also um Leben und Tod. Aber „auch hier gibt es den friedlichen Umgang zweier Lebewesen unterschiedlicher Art – die Symbiose.“ S. 114. Mykorrhiza, also die Vernetzung zwischen Pflanze und Pilz, besteht wahrscheinlich seit über 120 Millionen Jahren, und ist unter anderem ihr zu verdanken, dass „der Wald, als Lebensraum über die letzten Jahrmillionen existiert.“ Die Pflanze gibt an den Pilz Nährstoffe ab, während dieser hilft ihr Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen, oder bei der Entgiftung. Wie kommunizieren dabei Pilz und Pflanze? Durch chemische Stoffe, die beide in der Partnerschaft beteiligten Arten produzieren. Wenn es euch allerdings noch genauer interessiert, dann findet ihr im Buch eine interessante und detailliertere Beschreibung.

Ein besonders amüsantes Beispiel aus der zwischentierischen Kommunikation schildert das Balzverhalten einer vor aussterben stehenden Vogelart, der Großtrappe, scherzhaft auch als „Brandenburger Strauß“ genannt, die in den Brandenburger Weiten lebt. Das Kapitel heißt „Dirty Dancing à la Großtrappe“. Ich zeige hier einen kleinen Abschnitt aus der „Brandenburger Version der Hollywood-Liebesgeschichte Vom Winde verweht“.

Als Buchwurm stelle ich mir freilich nach dem Lesen des Buches noch immer vor, dass das laute Gezwitscher, das die Vögel im Wald oder vor meinem Fenster, oder die Geflügel im Bauernhof morgens machen, auch so etwas beinhaltet, wie „Hallo, wie geht es dir, heute ist sonnig, nicht wahr?“

Madlen Ziege: Kein Schweigen im Walde. Wie Tiere und Pflanzen miteinander kommunizieren. Piper, 2020

Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar!

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s