Leben, Atmen, Bewegen.

Tim Ingold, britischer Anthropologe sagt in seinem Buch „Being alive“, welches ich sehr mag:

Lebendig zu sein bedeutet Leben, Atmen und Bewegen – unter dem freien Himmel, auf dem festen Boden. Nicht nur die Umgebung zu berühren, sondern uns mit ihr zusammen in einem ständigen Formen, Transformieren zu befinden. S. 115.

Ingold argumentiert auf folgender Weise: Wie ein Hügel kein Objekt auf der Oberfläche der Erde ist, und die Wolken auch keine Objekte auf dem Himmel sind, wie Möbel in einem Innenraum, so die offene Welt zu beobachten bedeutet nicht Objekte, wie Möbel wahrzunehmen, sondern einen flüchtigen Moment des sich Formens, des Entstehens und Verwandlung zu ergreifen. S. 117.

Die Welt ist offen, das bedeutet, dass Erde und Himmel nicht getrennt sind. Auch wir können uns von der Umwelt nicht trennen. Ingold argumentiert weiterhin durch die Raum-Symbolik: die moderne Architektur versucht unser Leben in einem Raum, also in einer Wohnung von der Umwelt abzusichern und abzugrenzen. Aber wir befinden uns auch mental nicht in einer Kiste, die Welt ist offen.

Das Leben lässt sich nicht abgrenzen. Wie ein Pilz durch den Asphalt, dringt das Leben durch das Gebaute und entwickelt Wachstum und Bewegung.

„life will always and inevitably triumph over our attempts to box them in.“ S. 123.

Ingold, T. (2011). Being Alive: Essays on Movement, Knowledge and Description. Routledge, London, UK.

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